Schöpferische Nachbauten
Das Herz Frankfurts ist geprägt von einer weit zurückreichenden Geschichte zwischen Römerzeit und Kaiserpfalz, der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und der Zeit des Wiederaufbaus. Bauten aus verschiedensten Epochen prägten vor der Zerstörung der Altstadt im Jahr 1944 das Stadtbild, darunter Gotik, Renaissance, Barock und Klassizismus. Mit der Neubebauung des DomRömer-Areals wird die Geschichte dieses Ortes wieder erlebbar.
Das Quartier wird wie damals kleinteilig strukturiert und eine altstadttypische Häuserdichte aufweisen, wobei das historische Netz aus Gassen und Plätzen weitgehend wieder hergestellt wird. Unregelmäßige Häuserbreiten mit gestaffelten Firsthöhen und atriumähnliche Höfe erwecken die historische Struktur wieder zum Leben. Für ein ausgewogenes Stadtbild sorgen Rekonstruktionen und Neubauten, die sich gut in die kleingliedrige Struktur einfügen werden. Wie früher soll es in dem Viertel kleine Läden, Restaurants und malerische Plätze geben. So wird die neue Frankfurter Altstadt ein lebendiges Wohngebiet, aber auch ein Treffpunkt für Bürger und Besucher.
Für diese gut dokumentierten Gebäude ist eine Rekonstruktion geplant:
Junger Esslinger
Alter Esslinger
Goldenes Lämmchen
Klein Nürnberg
Rotes Haus
Goldene Waage
Hof zum Rebstock
Braubachstraße 21
Zur Auswahl weiterer für eine Rekonstruktion geeigneter Gebäude legte der Aufsichtsrat der DomRömer GmbH drei Kriterien fest:
- Die Errichtung des Gebäudes muss exakt auf dem historischen Grundriss möglich sein. Andernfalls würden Fassaden verschoben und müssten „erfunden“ werden. Dies würde dem Anspruch einer echten „Rekonstruktion“ nicht gerecht.
- Einer Rekonstruktion dürfen keine baulichen Beschränkungen im Wege stehen, etwa durch U-Bahn-Aufgänge, Lüftungsschächte oder Aufzüge der darunter liegenden Tiefgarage.
- Die historischen Vorgängerbauten müssen gut dokumentiert sein.
Darüber hinaus fordert der Aufsichtsrat die Abbildung aller bedeuteten Epochen und Baustile, die in der historischen Altstadt zu finden waren, ob Gotik, Renaissance, Barock oder Klassizismus. Nach gründlicher Überprüfung aller Parzellen, die durch einen Historiker für die DomRömer GmbH vorgenommen wurde, können nach diesen Kriterien neben den acht von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen, weitere neun Gebäude rekonstruiert werden, sofern sich Investoren finden:
- Hühnermarkt 18, 20, 22, 24 sowie 26
- Markt 13, 15 sowie 28
- Braubachstraße 27
Rekonstruktionen als „schöpferische Nachbauten“
Alle Gebäude – ob Rekonstruktionen oder Neubauten – müssen heutigen Anforderungen an Brandschutz und Energieverbrauch gerecht werden. Experten sprechen deshalb weniger von Rekonstruktion, als vielmehr von „schöpferischem Nachbau“ oder „Neubau nach historischem Vorbild“. Tatsächlich ist eine exakte Rekonstruktion der meisten Gebäude aufgrund der zu berücksichtigenden Vorschriften, der innerstädtischen Lage und um- bzw. darunter liegender Bebauung rechtlich nicht zulässig. In den meisten Fällen lässt zudem die unzureichende Dokumentation keine umfassende Rekonstruktion im Inneren zu. Teils sind lediglich Aufzeichnungen über einzelne Etagen vorhanden. Ausnahmen bilden die Gebäude „Goldene Waage“ und „Rotes Haus“, die so gut dokumentiert sind, dass eine vollständige Rekonstruktion möglich ist.
Rekonstruktion erfordert Erfahrung von Experten
Planung und Bau einer Rekonstruktion – ob schöpferischer Nachbau oder exakte Rekonstruktion – erfordern erfahrene Experten. Im Rahmen eines Vergabeverfahrens sucht die DomRömer GmbH deshalb nach Architekturbüros, die über umfassende Erfahrungen und Referenzprojekte auf diesem Gebiet verfügen. Das Vergabeverfahren für die Rekonstruktionen soll noch in der ersten Jahreshälfte 2011 beginnen und wird von der DomRömer GmbH derzeit vorbereitet. Unterstützt und beraten wird die DomRömer GmbH dabei von einem Kompetenzteam für Rekonstruktionen, dem Experten für die verschiedenen rekonstruktionsspezifischen Disziplinen angehören.
Wie werde ich Investor und wie viele Interessenten haben sich bereits gemeldet?
Mehr als 200 Interessenten haben sich seit Sommer 2010 bei der DomRömer GmbH gemeldet. Obwohl sich die Mehrzahl potentieller Investoren für Neubauten interessierte, ist bereits jetzt klar: für jede optionale Rekonstruktion gibt es mindestens einen Interessenten. Die DomRömer GmbH führte und führt mit jedem Einzelnen Gespräche und erörtert dessen Möglichkeiten.
Wie teuer wird eine Rekonstruktion?
Diese Frage „brennt“ Kaufwilligen derzeit „unter den Nägeln“. Schätzungen gehen davon aus, dass eine Rekonstruktion bis zu 80 Prozent teurer werden kann als ein Neubau. Dabei sind die möglichen Mehrkosten stark abhängig vom Umfang des Rekonstruktionsaufwands, z.B. Fertigungstechniken oder Materialaufwand. Um schnellstmöglich eine Antworten darauf geben zu können, arbeitet die DomRömer GmbH intensiv an den Rahmenbedingungen, die für jedes einzelne Gebäude festgelegt werden müssen. Darauf aufbauend werden die Kaufverträge vorbereitet. Diese sollen die Käufer einerseits vertraglich binden, ihnen andererseits aber auch Planungssicherheit über Aussehen, Kosten und Termine geben. Die DomRömer GmbH erwartet den Abschluss erster Verträge ab Sommer 2011. Dann wird man wissen, welche Gestalt die „neue“ Frankfurter Altstadt tatsächlich erhält.
Interessieren Sie sich für den Kauf eines rekonstruierten Gebäudes innerhalb des Quartiers? Dann nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Wir setzen uns dann persönlich mit Ihnen in Verbindung, um Ihre Vorstellungen und Wünsche zu besprechen.
Frankfurts Oberbürgermeister Walter Kolb und Hessens Ministerpräsident Christian Stock legten 1947 den Grundstein zum Wiederaufbau der Paulskirche, die am 18. Mai 1948 wieder eingeweiht wurde.
Bei der Altstadtgrabung in den 1950er Jahren wurden Gebäudereste aus römischer und mittelalterlicher Zeit freigelegt und teilweise im sogenannten „Archäologischen Garten“ konserviert.