Neubeginn

WDC 2026 – Neubeginn
Bildquelle: Fritz-Bauer-Institut/Siegfried Träger

Kaum eine andere deutsche Großstadt schloss sich so schnell und gründlich der NS-Ideologie an. Unter Oberbürgermeister Friedrich Krebs sollte Frankfurt zu einer nationalsozialistischen Vorzeigestadt gemacht werden. Verschiedene Institutionen der Stadt Frankfurt haben zu diesem Thema eine Gedächtnisplattform erschaffen und bündelt darin seriöse Quellen für eine aktive Auseinandersetzung mit dieser Zeit.

Der Terror des deutschen Angriffskriegs mit 50 Millionen Toten führte zur Bombardierung deutscher Städte durch alliierte Verbände.

Der Angriff auf Frankfurt vom 22. März 1944 zerstörte den Kern der Frankfurter Altstadt fast vollständig. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden dort einige wenige Häuser wiederaufgebaut, darunter der Römer, das Frankfurter Rathaus.

Nach dem Krieg war es vor allem der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (1903–1968), der als einer der wenigen Juristen die Verbrechen der Nationalsozialisten verfolgte und die Frankfurter Auschwitz-Prozesse initiierte. Diese begannen am 20. Dezember 1963 im Römer und wurden ab April 1964 im Saalbau Gallus fortgeführt.

Fritz Bauer (1903–1968) war ein jüdischer deutscher Jurist, der sich schon als junger Mann politisch engagierte. 1933 von den Nationalsozialisten aus dem Justizdienst entlassen und einige Monate im Konzentrationslager Heuberg inhaftiert, floh er 1936 nach Skandinavien. Der SPD-Parteivorsitzenden Kurt Schumacher unterstützte ihn bei seiner Rückkehr 1949 nach Deutschland. Von 1956 bis zu seinem Tod hatte er das Amt des hessischen Generalstaatsanwalts in Frankfurt am Main inne. In dieser Funktion trieb Bauer die juristische Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen wesentlich voran, er gilt als zentrale Figur der bundesdeutschen NS Verfolgungsgeschichte. 

Bildquelle: formfellows

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten Anfang 1933 wollten diese Kultur, Medien und Wissenschaft kontrollieren. Bücher von Autoren, welche nicht in deren System passten, sollten aus Bibliotheken und dem öffentlichen Leben verschwinden. Im Rahmen einer reichsweiten Aktion wurden auch in Frankfurt auf dem damaligen Opernplatz tausende Bücher öffentlich verbrannt.