Das Stadthaus am Markt

Das Stadthaus am Markt

Wo Geschichte lebendig wird

Das Stadthaus am Markt bildet als Kernstück des DomRömer-Quartiers den südlichen Abschluss des Viertels. Es schließt direkt an die südliche Häuserzeile Markt bzw. „Krönungsweg“ mit den beiden bekannten schöpferischen Nachbauten „Goldene Waage“ und „Rotes Haus“ an.

Das Stadthaus am Markt wird künftig als Veranstaltungs- und Begegnungsort allen Bürgern zur Verfügung stehen und den Archäologischen Garten nicht nur schützend überbauen, sondern in einem großzügigen, frei zugänglichen Bereich auch eine moderne museale Präsentation dieser bedeutenden historischen Funde ermöglichen.

Fakten

  • Architekten: MEURER Architekten Stadtplaner Ingenieure mit cba architectes, Frankfurt a.M. / Luxembourg
  • Fünf Gebäudeteile
  • Nutzungen:
    • Ausstellungsraum Archäologischer Garten
    • Veranstaltungssaal für 150 Gäste
    • Seminarräume
    • Foyer und Nebenräume
    • Technik und Andienung Saal sowie „Goldene Waage“ und Parkhaus DomRömer
    • Einzelhandelsflächen
    • Wohnen
  • Höchster Punkt: 1. Dachspitze des Eingangsgebäudes im Osten mit 25 Metern
  • Baubeginn: Anfang 2013
  • Geplante Fertigstellung: Mitte 2015
  • Stadthaus am Markt Vorplatz
  • Stadthaus
  • Stadthaus: Ausstellungsraum Archäologischer Garten
  • Stadthaus Saal
  • Stadt Bendergasse

Related Pages

  • Erst in den 1950er Jahren entdeckte man die archäologischen Funde im Herzen der Stadt. Der Archäologische Garten war bis zur Zerstörung der Altstadt im Zweiten Weltkrieg stets überbaut und fester Bestandteil der Stadtstruktur. Historische Karten zeugen davon, dass die mittelalterlichen Häuser der Altstadt bis an den Dom heranreichten. Typisch Frankfurt – ist der Archäologische Garten selbst das beste Beispiel dafür, dass immer wieder Neu auf Alt errichtet wurde. So zeigten jüngste Untersuchungen im Zuge der Bauvorbereitungen für das Stadthaus, dass karolingische Mauerreste unter anderem als Keller und Fundamente mittelalterlicher Altstadthäuser genutzt wurden. Erst die Zerstörung der Frankfurter Altstadt im Zweiten Weltkrieg hatte es den Archäologen des damaligen Museums für Vor- und Frühgeschichte (heute: Archäologisches Museum) ermöglicht, auf dem zuvor bebauten Gebiet nach historisch bedeutsamen Funden zu suchen.

    Was man fand? Zeugnisse frühester Frankfurter Siedlungsgeschichte. Im Archäologischen Garten treffen drei Kulturschichten aufeinander: die Römerzeit, die Karolingerzeit und das Hochmittelalter.

    Der Archäologische Garten wurde übrigens erst 1972 / 73 im Zuge des Baus der Tiefgarage und des ehemaligen Technischen Rathauses als archäologische Freianlage eingerichtet. Seitdem litten die Funde unter den Witterungs- und Umwelteinflüssen. Deshalb werden die Mauerreste mit dem Stadthaus am Markt gleichzeitig schützend überbaut und für Bürger und Besucher noch besser erlebbar. Der neu geschaffene Raum kann darüber hinaus für Veranstaltungen, Wohnen, Arbeiten und Freizeit genutzt werden.

  • Das Stadthaus wird zu einem Ort der Begegnung: mit der Geschichte, mit Bürgern, Besuchern und Gästen der Stadt. Als Veranstaltungs- und Begegnungszentrum, aber auch als schützendes Dach des Archäologischen Gartens erlaubt das Stadthaus am Markt eine museale Präsentation, die erklärt, die einlädt, Fragen zu stellen, und die diese Fragen auch beantwortet.

    Durch die Geschichte wandeln

    Die Funde präsentieren sich den künftigen Besuchern in einem offenen, großzügigen Ausstellungs- und Erlebnisraum. Hier können sie durch die historischen Mauerreste „wandeln“. Wer möchte, kann aber auch einen Blick von Oben auf die Funde werfen. Die Betrachtungsmöglichkeit aus der Distanz ist entscheidend, um einen Gesamteindruck des Bodendenkmals zu erhalten; Emporen und „Schaufenster“ ermöglichen dies. Verschiedene Lichteffekte machen künftig die für den Platz charakteristische und richtungsweisende Siedlungskontinuität in den drei wesentlichen Zeitphasen römisch, karolingisch und hochmittelalterlich leicht verständlich an den Mauern ablesbar. Eine virtuelle 3D-Rekonstruktion der karolingisch-ottonischen Kaiserpfalz ist übrigens beim Archäologischen Museum Frankfurt erhältlich.

    Freier Zugang zu Geschichte am lebenden Objekt

    Durch die räumliche Trennung zwischen Foyer, Erdgeschoss und oberem Geschoss ist der Archäologische Garten auch künftig für alle Besucher ungehindert zugänglich und tagsüber geöffnet.

    Gesandte aller Länder zu Gast in der Stadt der Kaiserkrönungen

    Die Konstruktion des schwebenden Veranstaltungssaals im Stadthaus veranschaulicht die Lage der historischen Aula regia* der Karolingerpfalz und unterstreicht ihre Bedeutung für Frankfurt. Auch funktional knüpft der Veranstaltungssaal an die Geschichte des Ortes an: Zahlreiche historisch bedeutende Reichsversammlungen, Synoden und Beschlüsse fanden in der Aula regia statt, bei denen die Gesandten aller damals bekannten europäischen Völker zugegen waren. So wird im oberen Bereich des Stadthauses – dem Veranstaltungsaal und den angeschlossenen Räumen – Frankfurter Geschichte fortgeschrieben: in Podiumsdiskussionen, Festveranstaltungen, Vorträgen oder Lesungen beispielsweise.

    *Aula regia = Die „Königshalle“,die Ludwig der Fromme für seine Reichsversammlungen erbauen ließ.

    • DomRömer-Quartier: Stadthaus am AMrkt Ausstellungsraum Archäologischer Garten
  • Noch heute sind „Gesandte“ verschiedenster Länder zu Gast in der Mainmetropole. Zahlreiche repräsentative politische und kulturelle Veranstaltungen finden in Römer und Paulskirche statt. Häufig werden am Rande dieser Veranstaltungen weitere Räumlichkeiten in unmittelbarer Nähe zum Römer angefragt. Der multifunktionale Veranstaltungssaal im Stadthaus eröffnet neue Möglichkeiten, diesen Bedürfnissen zu entsprechen. Er stellt in Größe und Funktion eine sinnvolle Ergänzung zu den Veranstaltungsräumen der Stadt dar.
    Rund 150 Besucher finden künftig im Veranstaltungssaal Platz.

    Vor allem aber werden Stadthaus und Veranstaltungssaal zu einem Ort der Begegnung und des Miteinanders für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Aus diesem Grund stehen die Räumlichkeiten ebenso der breiten Öffentlichkeit für Veranstaltungen aller Art zur Verfügung. Moderne Veranstaltungstechnik und eine mobile Bühne werden das Stadthaus ebenso zu einem attraktiven Veranstaltungsort für alle machen wie das angeschlossene Foyer mit seiner ganz besonderen Atmosphäre.

    • DomRömer-Quartier: Stadthaus am Markt Veranstaltungssaal
  • Im Eingangsgebäude des Stadthauses (Haus 1), an dessen östlicher Seite, entsteht das Foyer des Stadthauses. In den oberen Etagen befinden sich Seminarräume. Dieser Kopfbau wird mit bis zu 25 Metern Höhe der höchste Gebäudeteil des Stadthauses. Die in drei Teile gegliederte Dachlandschaft des Kopfbaus führt dann mit spitzen Satteldächern stufenweise vom Dom in Richtung Westen. Um die archäologischen Funde komplett erlebbar machen zu können, reicht das Eingangsgebäude bis auf sieben Meter an den Dom heran und nimmt dabei Bezug auf die Vergangenheit: der Ravenstein-Plan von 1861 zeigt die damalige Bebauung der Frankfurter Altstadt. Der Dom war bis zum Dombrand 1867 von Altstadthäusern umsäumt, die direkt bis an den Dom heranreichten.

    Im südlichen Anbau des Stadthauses, Haus 3, das parallel zur Schirn verläuft, finden Zugänge und reizvolle Aussichtspunkte auf den Archäologischen Garten ebenso ihren Platz wie museale Flächen. Im ersten Obergeschoss befindet sich das Foyer des Veranstaltungssaals.

    Haus 4, das westlich an den Veranstaltungssaal anschließt (Haus 2), wird Technik und Nebenflächen des Stadthauses aufnehmen, die zum Beispiel für Küche und Catering benötigt werden. Haus 5, das westlichste Gebäude des Stadthaues, wird neben Technik und Gewerbeflächen auch Wohnungen beherbergen.

    • Stadthaus am Markt Gebäudeteile
    • Ravenstein-Plan von 1861
  • Für die Überbauung des Archäologischen Gartens wurde 2009 ein europaweiter Realisierungswettbewerb ausgelobt, in dem sich der Entwurf der Arbeitsgemeinschaft Meurer Architekten Stadtplaner Ingenieure mit cba architectes durchsetzte.

    Der Entwurf fügt sich in die umgebende Bebauung ein und schafft harmonische Übergänge zwischen moderner Bebauung und neuer Altstadt. Das von der Arbeitsgemeinschaft Meurer Architekten Stadtplaner Ingenieure mit cba architectes entwickelte Stadthaus übernimmt damit eine wichtige Funktion zur Vermittlung zwischen Schirn, Haus am Dom, dem Dom und dem DomRömer-Quartier. Dies geschieht sowohl über abgestufte Satteldächer, verschiedene Gebäudeteile, die an die kleinteilige Struktur der Altstadt anknüpfen, als auch über Gestaltungselemente, die typisch für die Frankfurter Altstadt waren, etwa mit steil geneigten und mit Schiefer gedeckten Dächern, stehenden Fenstern und einer Fassade aus rotem Mainsandstein.

    Ein reizvoller Vorplatz zum Dom wird künftige Besucher empfangen und ist der ideale Platz für die geplante Außengastronomie der „Goldenen Waage“. Der Vorplatz wird gemeinsam mit Dom und „Goldener Waage“ den „Auftakt“ des Stadthauses bilden.

    Der Veranstaltungssaal: Wie ein Juwel gefasst

    Prägnantester Baustein des Entwurfs ist der schwebende Saal. Dieser wird von den umliegenden Baukörpern des Stadthauses wie ein Juwel von einem Ring gefasst. Da der Saal nicht auf Stützen steht, kann auf bauliche Eingriffe in den darunter liegenden Archäologischen Garten vollkommen verzichtet werden. Die schwebende Konstruktion schafft zudem „Lichtkorridore“, die eine Beleuchtung der historischen Funde mit Tageslicht erlauben und eine direkte Blickbeziehung zum Dom aus dem Innern des Stadthauses ermöglichen – ein Aspekt, dem die Architekten besondere Bedeutung beimaßen.

    • DomRömer-Quartier: Stadthaus am Markt
    • DomRömer-Quartier: Stadthaus Veranstaltungssaal
    • DomRömer-Quartier: Ausstellungsraum Archäologischer Garten
  • ... holen die Altstadtatmosphäre zurück

    Von Westen kommend entstehen mit Altstadthäusern und Stadthaus neue Blickbeziehungen zum Dom – etwa wenn Besucher künftig über den Markt bzw. „Krönungsweg“ flaniert. Der Dom wird durch die Neubebauung betont. Wie früher wird er das dominanteste Bauwerk am Platz sein. Gassenverläufe und Gebäudebeziehungen des Stadthauses orientieren sich stark an der historischen Bebauung, greifen das altstadttypische Zusammenspiel von Nähe und Weite auf und holen so die Altstadt-Atmosphäre zurück in das DomRömer-Quartier.

    „Tuchgaden“ und „Rotes Haus“

    Das künftige Stadthaus wird von Höllgasse, Markt bzw. „Krönungsweg“ und Bendergasse gefasst. Außerdem wird ein Teil des historischen „Tuchgadens“ wieder aufgenommen. Dieser war vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg über den Durchgang unter dem „Roten Haus“ erreichbar. Das nach Westen gelegene Wohngebäude Haus 5 wird sich dafür wie die frühere Bebauung südlich an das „Rote Haus“ anschließen und an dem Verlauf der Gasse Tuchgaden orientieren.

    • Dom Krönungsweg ca. 1900
    • DomRömer-Quartier: Bendergasse

Default Visuals

DomRömer Nachbild

Related Visuals