Spolien

WDC 2026 – Spolia

Der Einsatz von Spolien in der Architektur hat eine lange Tradition. Dabei wurden sowohl einzelne Erinnerungsstucke von zerstörten Gebäuden in Neubauten eingesetzt als auch ganze Konstruktionssysteme transplantiert. Wenn Spolien in Neubauten angebracht werden, geschieht das meist aus gestalterischen Gründen und aus der Wertschätzung für besondere Werkstücke, die unter Umständen auch Geschichtliches demonstrieren sollten. In Vorbereitung auf den Einsatz von Spolien im Bereich der Neuen Altstadt hat die Stadt Frankfurt ab 2008 eine umfangreiche Dokumentation vorhandener Werkstücke erstellen lassen. Dabei wird unterschieden zwischen Spolien in städtischem Besitz und in Privatbesitz

In der Neuen Altstadt wurden rd. 40 Teile aus dem Portfolio der verfügbaren Schmuck- und Bauelemente sichtbar in Gebäude eingefügt. Dabei ist zu unterscheiden, zwischen Originalspolien, welche bereits im Vorgängerbau eingesetzt waren, und analogen Spolien, welche ursprünglich in einem Gebäude in der Nachbarschaft zum Einsatz kamen. Zur Dokumentation dieses Planungsprozesses wurde von der DomRömer GmbH ein Spolienbuch angefertigt. 
Ergänzend dazu wurden auch zweitverwendete Eichenhölzer mit ihren positiven Materialeigenschaften als tragende Bauteile genutzt. Dazu zählen unter anderem nahezu alle sichtbaren Holzbauteile in den Fassaden der rekonstruierten Gebäude wie auch ausgewählte, hochbelastete Bauteile im Inneren der Konstruktion.